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Arbeit, Engagement und Alltag zusammen leben
Die Zeit rennt! Für immer mehr Menschen wird Zeit zu einem knappen Gut. Familie, Weiterbildung, Ausbildung, Karriere, Freizeit, Alltag oder auch Engagement sind immer weniger miteinander vereinbar. Andererseits dehnt sich der tatsächliche Zeitraum für die Lebensgestaltung immer weiter aus: Die Lebenserwartung steigt und immer mehr Menschen können und wollen im Alter ein aktives Leben führen. Dennoch ballen sich in der rush-hour des Lebens zunehmend die Anforderungen: So sollte scheinbar am besten zwischen zwanzig und fünfunddreißig die Karriereleiter mit Kindern auf den Schultern und einem Diplom unter dem Arm im Eiltempo erklommen werden.
Diese Verdichtung hat scheinbar vielfältige Ursachen: Die globalisierte Arbeitswelt, das Ende des Alleinernährermodells, die zunehmende Erwerbsintegration von Frauen - die Liste ließe sich fortführen. Doch sind der selbstbestimmten Zeitverwendung nicht nur aufgrund der Veränderungen Grenzen gesteckt. Häufig fehlenden die entsprechenden Rahmenbedingungen für neue Zeitmuster. Denn im Kern bergen sie ein Gestaltungspotential, für eine neue und zeitgerechte Verteilung von Aufgaben und Unterstützung im Lebensverlauf. Deshalb wollen wir mit unserem Positionspapier zur Zeitpolitik dazu beitragen, dass die knappe Ressource Zeit nachhaltig und gerecht genutzt werden kann. Denn wir können die Potentiale nur ausschöpfen, wenn sich alle gesellschaftlichen, politischen und auch ökonomischen Akteure dafür einsetzen.
Nur so können wir eine neue zeitgerechte Arbeitskultur, eine bessere Vereinbarkeit, die Sorge für andere ermöglicht, eine zeitbewusste Kommune, die mehr Zeit für den Alltag schafft, erreichen. Genau wie ein neues, verändertes Bild vom Alter, das uns die Potentiale ausschöpfen lässt, nur so entstehen kann. Eine grüne Zeitpolitik in diesem Sinne, zielt auf eine breite gesellschaftliche Debatte, die das Klima für eine neue Zeitpolitik schafft und die bessere Balance von Alltag- und Erwerbsleben durch einen Mix aus Instrumenten ermöglicht, damit Zeit von jeder und jedem nachhaltig und gerecht genutzt werden kann. Denn Chancengerechtigkeit setzt voraus, dass die Möglichkeit besteht das eigene Leben zeitlich zu strukturieren - unabhängig von der Qualifikation, dem Geschlecht, dem Alter oder auch der spezifischen Lebenssituation. Wir wollen, dass sich Wunsch und Wirklichkeit in der Zeitverwendung wieder aneinander annähern.
Und die Möglichkeiten für neue Wege aber damit auch Chancen in der Zeitpolitik sind groß. Denn die Veränderungen betreffen alle: Ältere, Menschen in der Stadt, auf dem Land, mit Kindern, ohne Kindern, Hochqualifizierte, Menschen die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, Rentner etc. Deshalb braucht es auch ein breites Mehr an Zeitgerechtigkeit: ein grünes Langzeitkontenmodell, eine arbeitnehmerinnen- und arbeitnehmerfreundliche Arbeitskultur, Arbeitszeiten, die der individuellen Lebensphase entsprechen, Zeiten für Sorge, alltagstaugliche Kommunen, ein Recht auf Weiterbildung, eine langfristige Erhaltung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit oder auch bürgerschaftliches Engagement ohne Altersgrenzen.






