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Teilhabe an der Wissensgesellschaft statt Schnellschüsse sind gefragt
Es ist sicherlich sinnvoll, Maßnahmen zu fördern, die geeignet sind, wichtige Infrastruktur in dünn besiedelten Gebieten zu gewährleisten. Der Glaube allerdings, dass ein Bibliotheks-Bus oder ein mobiler Ärzte-Service junge, gut ausgebildete Frauen in einem kleinen Ort in Ostdeutschland zum Bleiben bewegen kann, ist mehr als fromm. Man braucht nicht erst die Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung gelesen zu haben, um zu erkennen, dass junge, zumeist gut ausgebildete Frauen auf der Suche nach Arbeit und einer Perspektive für ihr weiteres Leben in andere Regionen abwandern und, dass gerade junge Männer von einer Teilhabe an wesentlichen gesellschaftlichen Bereichen ausgeschlossen sind. Für viele junge Männer heißt es, kein Job, keine Ausbildung - und das, in einer Gesellschaft in der Erwerbstätigkeit ein wichtiger Faktor zur individuellen Selbstverwirklichung und sozialen Integration ist. Der demografische Wandel und die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes erfordern, dass Bildung spotentiale endlich optimal genutzt, potenzielle Risikogruppen wie Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Abschluss integriert und längst vorhandene Erkenntnisse in der frühkindlichen sowie individuellen Förderung endlich umgesetzt werden.
Optimale Startbedingungen sind für den späteren Bildungserfolg von zentraler Bedeutung - hier gilt es anzusetzen. Wer sich hierauf einstellen will und die vorhandenen Potenziale nutzen will, muss sich Fördermaßnahmen gründlicher überlegen. Das gilt auch für Herrn Tiefensee. Noch immer setzt der Aufbau-Ostminister auf Beton statt auf Köpfe.






